Bordfest im Jubiläumsjahr
Im Januar konnte die Marinekameradschaft Albstadt-Ebingen ihren 90. Geburtstag feiern. Für uns ist es eine Freude, nun das Geburtstagsjahr mit einem großen Bordfest ausklingen zu lassen. Über Ihren Besuch am 26. Oktober in der Festhalle Ebingen würden wir uns freuen. Der Kartenvorverkauf (siehe Plakat unten) ist angelaufen.
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Presseberichte zu unserem Bordfest
Die große Freiheit lockt
SEEMANNSLIEDER BEIM 40. BORDFEST DER MARINEKAMERADSCHAFT EBINGEN
Albstadt-Ebingen, 28.10.2013
Die Marinekameradschaft Ebingen feiert heuer ihr 90. Jubiläum. Zu den Höhepunkten gehörte das Bordfest am Samstag, bei dem der Shanty-Chor alle Register zog. Premiere hatte eine TSV-Tanzgruppe.
Drei volle Glockenschläge waren die seemännische Zeitangabe für 19 Uhr. Pünktlich legte der Dampfer mit 450 Besuchern an Bord zu einer großen, weiten und langen Seereise ab. Den Stellenwert, welchen der Shanty-Chor mit seinem Leiter Manfred Ströle einnimmt, ist nach wie vor groß, bleibt auf hohem Niveau. Freunde des maritimen Gesangs aus nah und fern kamen in die Festhalle, welche in entsprechendem Schmuck geflaggt war.
Für den ersten Vorsitzenden Wolfgang Schulz hätten die 90 Jahre der MKE dazu gedient, Brauchtum, Tradition und maritimes Liedgut zu bewahren und zu erhalten. Die Bordfeste, am Samstag war es bereits das 40., würden zeigen, dass nicht nur im hohen Norden, sondern auch im Süden Interesse an maritimen Liedgut bestehe: „Seien Sie uns willkommen an Bord“. Sein Dank gehörte den Sängern, Chorleiter Manfred Ströle, dem musikalischen Leiter Manfred Saalmüller, Isolde Weiß am Akkordeon und Gitarrist Hermann Egle.
Siggi Krattenmacher als humorvoller „Reisebegleiter“ hatte eingangs eine „schöne, musikalisch-maritime Weltreise“ angekündigt, und nicht zuviel versprochen. Passend zum Samstagwetter eröffnete der Shantychor, der eigentliche Star des Abends, mit „Über uns der blaue Himmel“, schon ging das Publikum klatschend mit. Er erinnerte mit „Die Windjammer kommen“ an die großen Festivals. „Sail a way“ war ein echter Shanty, welcher die Arbeit der Seemänner aufzeigte. Wie einst die Beach Boys hatte auch der Shanty-Chor „Sloop John B“ im Repertoire. Ebenso große Erfolge von Freddy Quinn wie „Die Insel Niemandsland“ oder „Ich bin bald wieder hier“. Nicht fehlen darf bei einem Bordfest das Traumschiff nach Hawaii, das rote Licht an Backbord oder die Lieblingslieder von Chorleiter und Solist Manfred Ströle, „Keine Frau ist so schön wie die Freiheit“ und „Große Freiheit Nr. 7“. Der Chor verriet mit seinen vielen Liedern, dass die See der Schatz der Matrosen ist. Zum großen Finale führte die Reise nach Südamerika. Gemeinsam wurde zu „Aloha He – Stern der Südsee“ oder dem „Banana Boat-Song“ gesungen, geklatscht und geschunkelt. Obwohl die Sänger vier Stunden auf der Bühne standen, gaben sie mit „La Paloma“ noch eine Zugabe.
Premiere bei einem Bordfest hatte in diesem Jahr die Tanzgruppe „Traumtänzer“ des TSV Ebingen mit zwei Auftritten. Die Choreographie zu „Seemannstanz“ und der Showeinlage aus „Fabelhafte Welt der Amelie“ hatte Martina Ringle einstudiert. Viel Applaus war den Damen für ihre Farbtupfer und dem Kontrast zu maritimen Gesang sicher.
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Albstadt Shanty-Chor überrascht Bordfest-Gäste mit Augenschmaus
Schwarzwälder-Bote, 27.10.2013 17:20 Uhr
Als Seebären und Piraten stehen die Sänger des Shantychors auf der Bühne. Mittendrin: Manfred Ströle. Foto: MüllerFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Beatrix Müller
Albstadt-Ebingen. Jung und pfiffig hat sich die Marinekameradschaft in ihrem 90. Jahr bei ihrem "Bordfest" präsentiert. Mit einem Hupton ging es los in der mit Kerzenlicht gemütlich geschmückten Festhalle.
Die Bühne war mit Rettungsringen, der Schiffsglocke, Schiffstau und Steuerrad bestückt. Im begeisterten Publikum wurde geschunkelt und geklatscht, und die maritimen Sänger des Shanty-Chors verwandelten sich im Lauf des Abends vom Seebär über den feinen Herren bis zum Pirat.
Die Traumtänzerinnen des TSV unter der Leitung von Martina Ringle krönten das Fest mit ihren maritimen und südländischen Tanzdarbietungen unter dem Motto "Mit Volldampf nach Haus". Sie brachten in den harten Seefahreralltag eine gewisse Leichtigkeit, ob nun mit ihrem "Seemanntanz", mit "Die fabelhafte Welt der Amelie" oder im Hawaii-Look. Mit an Bord waren Klassiker wie "Die Windjammer kommen" über "Keine Frau ist so schön wie die Freiheit" bis zu "Im Hafen von New York". Aber das Beste und die große Überraschung kam zum Schluss. Der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Wolfgang Schulz, zeigte stolz darauf, dass Brauchtum, Tradition und maritimes Liedgut so am Leben erhalten wird.
Durch die musikalische Reise führte Moderator und Sänger Siggi. Stimmungsvoll und klanggewaltig ertönten echte Shanties, die Arbeitslieder der Seefahrer, im Wechselgesang. So sorgen die Seemänner dafür, dass nicht nur das legendäre Lied der Beach Boys "Sloop John B" oder von Freddy Quinn "Ich bin bald wieder hier" oder "Die Insel Niemandsland", der Flippers-Klassiker"Aloha-He – Stern der Südsee" in die Welt getragen wird, sondern auch der legendäre "Banana Boat"-Song von Harry Belafonte, solistisch zum Besten gegeben von Seemann Klaus Kempf.
Eine kleine Schiffskunde durfte nicht fehlen. So war zu erfahren, dass in Fahrtrichtung gesehen Steuerbord "rechts" liegt, nachts durch ein grünes Licht gekennzeichnet, Backbord dagegen links mit einem roten Licht.
Beim Finale nutzten die Männer die Möglichkeit der Kleiderwahl und schufen südländisches Flair. Das südamerikanische Potpourri ließ Urlaubs- und Sommerstimmung aufkommen. Noch gerne hätte das Publikum viele Zugaben gehört und gesehen; mit "Sailing Home" durften die Zuhörer nach Hause segeln.
Im Rahmen des Bordfests wurde Chorleiter Manfred Ströle geehrt. Seit 50 Jahren sei Ströle der Marinekameradschaft zugehörig und seit 40 Jahren deren Chorleiter, so Wolfgang Schulz und sagte: "Vor ihm ziehe ich den Hut". "Sofern es meine Gesundheit zulässt", so der Jubilar, "werde ich es noch lange machen, denn ich bin noch kein bisschen müde." Dafür schenkten ihm seine Kameraden einen Aufenthalt am Bodensee
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Von klein auf ein Shantyman mit Leib und Seele
Im Portrait: Seit 40 Jahren leitet Manfred Ströle den Shanty-Chor der Marinekameradschaft Ebingen
Mit dem Bordfest der Marinekameradschaft Ebingen am Samstag ist ein äußerst seltenes Jubiläum verbunden. Manfred Ströle ist seit 40 Jahren Chorleiter des bekannten Shanty-chor.
Ebingen. Dass ein 35-Jähriger heutzutage einen Chor übernimmt, ist nichts Besonderes. Wenn er diesen dann 40 Jahre ununterbrochen leitet, gehört dies schon in die Kategorie der Ausnahmen und verdient allerhöchste Anerkennung. Manfred Ströle war und ist es vergönnt, mit viel Kraft und Leidenschaft den Shanty-Chor der Marinekameradschaft Ebingen die vergangenen vier Jahrzehnte auf hohem musikalischen Niveau zu halten. Die musikalische Ader wurde dem gebürtigen Ebinger in die Wiege gelegt. Vater und Großvater waren aktive Sänger und Funktionäre. Der junge Manfred sagt von sich, "schon früh maritim angehaucht zu sein". Vielfach, mehr als den Eltern lieb war, führte sein Weg nach der Arbeit in den "Schützen", dem Treffpunkt der Sänger des einstigen Shanty-Chors. Er besuchte deren Stammtische, durfte aber nicht mitsingen. Der Chor nahm nur Sänger auf, die zur See gefahren sind. Hans Ammann, so Ströle, sei es zu verdanken, dass dies, obwohl nicht alle Funktionäre einig waren, in einer Sitzung im Jahr 1963 geändert wurde. Sonst würde der Chor heute nicht mehr existieren. Nach dem letzten Bordfest 1973 in der Groz-Beckert-Messe hörten zahlreiche ältere Mariner aus dem Zweiten Weltkrieg als Sänger auf, ebenfalls Chorleiter Ernst Graumann. Sieben Sänger entschlossen sich zum Weitermachen. Manfred Ströle, "bis heute ohne Ausbildung, aber mit unheimlich gutem Gehör", übernahm die kleine Schar. "Zwei Jahre später waren wir schon 13 oder 14 Mann". In besten Zeiten waren 28 Sänger aktiv, heute sind es 24. Allerdings habe sich der Shanty-Chor in diesen 40 Jahren personell drei Mal erneuert. Musikalisch begleitet diesen Isolde Weiß, schon einige Jahre ist Gitarrist Hermann Egle dabei, 2010 übernahm Manfred Saalmüller die musikalische Leitung. In 40 Jahren Chorleitertätigkeit gab es große und eindrückliche Erlebnisse. Dazu gehören die Sails in Bremerhaven, Fernsehauftritte im Fröhlichen Alltag, die Teilnahme an der ISSA 2011 auf einem alten Segelschiff auf der Ostsee, Shanty-Festivals in Travemünde, Besuche in Österreich und unzählige, legendäre Bordfeste. Natürlich hat Manfred Ströle, der seit ebenfalls 40 Jahren der Vorstandschaft angehört, auch maritime Lieblingslieder. So "Große Freiheit Nr. 7" und "Keine Frau ist so schön wie die Freiheit", beide wird der 75-Jährige beim Bordfest am Samstagabend zum Besten geben.
Horst Schweizer


